Schaue ich nach Innen, in mich hinein…

dann sehe ich auf ein Leben, das wie im Fluge vorüberzieht. Ich durchwanderte Landschaften voller Höhen und Tiefen. Fruchtbare Tallagen wechselten mit der Zeit zu schroffen und ausgelaugten Gebirgszügen und umgekehrt. Mal sehe ich alles im Kalt des Winters, mal in der gleissenden Sonne des Sommers, doch immerdar spüre ich, dass die Wanderung durch das Leben ein dauerndes Mühsal ist.

Auf meinem Weg habe ich viele Menschen gesehen und einige davon auch näher kennengelernt. Oft verweilte ich einen Moment, denn ich hatte den Wunsch an der Seite der mir freundlich begegnenden Menschen zu sein. Leider verliessen mich viele. Sie verblassten einfach in der Zeit oder wir gingen  aus vielerlei Gründen getrennte Wege.

Bei einigen dieser Menschen fühle ich Bedauern, denn ich nahm sie als wirkliche Menschen wahr. Dennoch trennten sich unsere Wege immer wieder aufs Neue und ich wanderte weiter alleine durch mein Leben. Ich lernte, dass die Mehrzahl der mir begegnenden Menschen einen Gutteil ihrer Zeit damit verbringen, andere, also auch mich selbst, für die ihnen wesentlichen Belange zu manipulieren und auszunutzen. Es ist wie in einem Theaterstück. Ich spielte eine bestimmte Rolle, die sie mir zudachten. Und wenn ich sie nicht so spielte wie es ihnen gefiel, dann verliessen sie mich oder ich beschloss, meinen eigenen Weg weiter zu suchen, ohne sie.
Und so verlor ich im Laufe der vielen Wanderjahre nach und nach den Gedanken, dass ich irgendwann einen Ort mit Menschen finde, die mich so nehmen wie ich bin. Ich bin wahrlich kein begabter Schauspieler, doch bin in der Lage, selbst die Dschungel des Zwistes, der Missgunst, der Niederträchtigkeit zu durchwandern und habe dabei festgestellt, dass je dichter dieser Dschungel und je bedrohlicher er im Laufe der Zeit wird, er dennoch große und wundervolle Entdeckungen bereithält. Je ärger die Agonie des Entzugs und je umfassender die Bedrohlichkeit, desto tiefergehender sind die durch diese Erfahrungen entstehenden Erkenntnisse. Es ist als würdest Du durch äusserlich zugefügten Schmerz innerlich stärker werden. Wenn Du das Glück hast, dies alles zu überleben, dann magst Du, wie ich selbst auch, vielleicht erkennen, dass Du gewappneter  und gegebenenfalls sogar gestärkter weiter Deines Weges gehst. Ich habe das so empfunden  als hätte ich einen großen Schatz gefunden. Er lag nicht irgendwo in diesen Dschungeln herum, sondern ich fand ihn in mir selbst. Im Moment der Gefahr habe ich das natürlich nicht so interpretiert. Im Gegenteil, ich jammerte oft, fühlte mich schwach, verletzlich und manches mal auch sehr einsam. Vielleicht liegt darin eines der Mysterien der Lebenswanderungen. Je mehr Du Deinen eigenen Weg suchst, desto einsamer wird dieser Weg. Zuerst wagst Du Dich nur einige Schritte in die sich vor Dir auftuenden, neuen Landschaften. Viele verharren an diesen Übergängen und noch mehr gehen nicht mehr weiter. Sie sind am Ende ihres Weges angelangt und lassen sich nieder. Viele hegen die Hoffnung, dass dieser Platz der Ort ihres Lebens für immerdar ist und sein wird. Doch ich sage euch, der überwiegende Teil wird wieder aufstehen und weitergehen. Ich begegnete einer Vielzahl solcher Menschen in den ausgedörrten Wüsten oder den bedrohlichen, vor Leben strotzenden Dschungeln. Viele waren am Ende ihres Lebenswegs und verzweifelt, andere wiederum berichteten mir von abenteuerlichen Begegnungen und Geschehnissen. Diese Lebenswanderer sind mir die sympathischsten von allen meinen Begegnungen. Sie sind zwar meist verschlossen wirkende Menschen, doch das sind sie gar nicht. Sie haben nur gelernt, vorsichtig zu sein. Und sie kennzeichnen sich durch den „tiefen“ Blick. Sie sind, wie auch ich heute, in der Lage, einen Menschen und sein Wesen zu erkennen. Ich traf auf Menschen, die mir anvertrauten, dass sie mich schon eine geraume Zeit wahrgenommen hatten, doch sich aus Vorsicht nicht annäherten. Oft haben wir dann festgestellt, dass es mir ebenso widerfahren war. Auch ich hatte sie gespürt und beobachtet, ohne mich ihnen anzunähern. Solche Begegnungen sind mir im Nachhinein die Schönsten, denn es war als würde sich alles um einen herum nach und nach in einen Ort verwandeln, an dem man gerne verweilt.

Selbst wenn um Dich herum Stürme toben, der Regen Dich wegzuschwemmen droht oder die Trockenheit Deinen Rachen völlig ausgetrocknet hat. Begegnete ich so einem Menschen, bildete sich eine Art durchsichtige Schutzkugel. Das kleinste Feuer, der löcherigste Schutz vor den Unbilden der Natur , sie wurden zum Hier und Jetzt, das von besonderer Größe und Güte war. Und das nur, weil sich zwei wahrhaftige Lebenswanderer dazu entschlossen, dem Anderen zu vertrauen und gemeinsam zu lagern und einander von den eigenen Wandererlebnissen zu berichten und dem Anderen inständigst zu lauschen, wenn er ins Erzählen kam.

Und wo immer auch Deine Wege hinführen, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Wege findest, die Dich wachsen lassen, die Dir das ewige Geschenk der Zeitenwanderer darreichen – das Erlebnis des Sinns Deines einzigartigen Weges.

 

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Und wir tanzten….

Nur dieses eine Mal noch schenk mir Kraft für einen neuen Tag
Ich stehe nackt und hilflos vor dem Morgen, nie war ich so stark
Nur einen Tag noch Kraft und ich reiß alle Mauern um mich ein
Nur wer sich öffnet für den Schmerz, lässt auch die Liebe mit hinein

ASP – Auszug aus dem Song „Wir tanzten“  aus dem Album „Ungeschickte Liebesbriefe“

Mit diesem kleinen Zitat des Songs „Wir tanzten“ aus dem wundervollen Album „Ungeschickte Liebebriefe“ der Gruppe ASP möchte ich heute etwas zum Tanz auf zwei Hochzeiten erzählen.
Für gewöhnlich nutzen wir im allgemeinen Sprachgebrauch diese Metapher, um ein Phänomen oder eine Verhaltensweise in Worte zu kleiden. Es geht dabei um das Ereignis, wenn sich jemand in zwei oder mehreren ähnlichen oder sogar gleichen Themenbereichen und den dazugehörigen Situationen hervortut und in wahrnehmbarer Weise exponiert. Man sagt dann, er oder sie tanze auf zwei oder eben mehreren Hochzeiten und wir verwenden dann den Sinnspruch „Du kannst nicht auf zwei (oder mehreren) Hochzeiten gleichzeitig tanzen“.
Nun kennen wir aber auch wirklich alle, dass dieses immer wieder geschieht. Sei es, dass wir selbst uns darin versuchen oder versucht haben, oder dass irgendwelche Mitmenschen eben dieses tun. Wir empfinden das für gewöhnlich als nicht gerade angenehm.
Warum ist dem so? Es mag daran liegen, dass wir moralische und gesellschaftlich induzierte Verhaltensweisen in unserem Sozialverhalten codifiziert  haben. Es kann auch sein, dass wir im beruflichen und projektorientierten Umfeld – also mit unserer analytischen Verhaltensregelung – gelernt haben, dass es der Priorisierung, der Konzentration und Fokussierung auf Teilschritte oder sogar Hauptthemen bedarf, um ein komplexes Geschehen zum Ziel zu führen und dass zweimal dasselbe zu tun dem Projekt oder Vorhaben nicht zuträglich ist. Insbesondere dann, wenn wir Leute um uns herum haben, die ihre Kenntnisse und ohne es uns wissen zu lassen, zur selben Zeit an einem anderen Ort und in einem anderen Kontext genauso ausführen, wie wir es in der uns selbst betreffenden Situation wahrnehmen.
Frauen und auch Männer haben in ihrem, der genetischen Vielfalt fröhnenden Verhaltensrepertoire, relativ klar erkennbare Interpretationen zu diesem „Du kannst nicht auf zwei Hochzeiten tanzen“. Doch das ist ein anderes Thema.

Was nun, wenn z. B. eine exponierte Persönlichkeit im öffentlichen Umfeld seit geraumer Zeit drei prioritäre Schwerpunkte für einen regelungstechnisch und projektinhärent umfassenden Themenbereich propagiert und plötzlich einen vierten Schwerpunkt  dazunimmt und angibt, man sei ja prinzipiell offen dafür, ohne sich festlegen zu wollen, doch man führe bereits Gespräche?!
Es gibt da mindestens zwei Interpretationsmöglichkeiten. Die eine ist, dass wir es hier mit einem Fall zu tun haben, der dem o.a. Informationsstrang folgt. Hier möchte jemand auf mehreren Hochzeiten tanzen.
Oder, und das weist fast dieselbe Geschehenswahrscheinlichkeit auf, wir haben es dabei mit einem Ereignis zu tun, das einer personifizierten Phänologie zuzurechnen ist, die heute nicht mehr weiß, was sie gestern noch geschwätzt hat. Ich nenne es das Adenauer-Syndrom. Im medizinischen Sektor wird es auch mit retrogradueller Amnäsie betitelt.
Im speziellen Fall geht es darum, dass führende Entscheidungsträgerschaften im regionalen kommunalen Umfeld vermelden (lassen), dass ein Industrie- und Gewerbegebiet an resp. im direkten Umfeld des Autobahnkreuzes der A2 und der A39 ein den Wirtschaftsstandort voranbringendes Projekt sein müsste. Wir wollen uns jetzt hier nicht darauf konzentrieren, ob das wirklich so ist, also, dass so ein Planungsvorhaben zielführend und bekömmlich für die wirtschaftliche Standortentwicklung ist. Es ist dem natürlich wirklich so, denn unsere oder auch auswärtige Unternehmen benötigen Platz und Raum für ihre Entwicklung. Es ist demnach eine der grundlegenden Daseinsfunktionen von Kommunen, Platz und Raum für Unternehmen zu schaffen. Strittig ist alleine, wo dieses Raumangebot platziert wird.
Wir wollen uns vielmehr hier und jetzt darauf fokussieren, warum jemand plötzlich in der öfffentlichen Diskussion einen vermeintlichen vierten Schwerpunkt in seiner standortentwickelnden  Projektierung proklamiert und gleichzeitig butterweich darauf abhebt, man führe Gespräche ohne Konkretisierungen. Andere aus seinem Politumfeld weisen freundlicherweise noch darauf hin, dass es Parteifreunde ja so und so schon vor Jahren ins Gespräch gebracht hätten. Und wieder andere kaprizieren sich darin, dass ein solches Vorhaben von regionaler, wenn nicht sogar internationaler oder gar intergalaktischer Bedeutung sei und man mit den Klingonen, Trump, Putin und wem sonst noch in engster Abstimmung dazu stehe. Letztere sind nur nettes Beiwerk, also dem Salatblättel ähnelnd, das bei einem lecker zubereiteten Steak mit auf dem Teller liegt, um den vermeintlich frischen Teint des zubereiteten Fleischstücks zu triggern.
Da die die hier handelnde Hauptperson nicht oder nur sehr abgeschwächt auf die eigenen Prioritäten in diesem Themenzusammenhang hinweist, hat er entweder eine Retrograduelle usw. oder er ist jemand, der auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen möchte, dernn es läuft bereits ein Großprojekt, das u.a. die Entwicklung eines riesigen Flächenkomplexes umfasst und das sowohl an der Autobahn wie auch in der BErgbaunachfolge an einem bald geschlossenen Bergbauareal. Zwei Hochzeiten eben.

Ich überlasse es wie immer der werten Leserschaft, sich jetzt zu verhalten, wie es ihr gerade genehm ist. Die einen greifen zwecks Informationsübermittlung zum Handy, die anderen beissen vielleicht in irgendeine bereits zerfaserte Tischkante. Wieder andere knüpfen an dem Strick, um mich klu-kluxiger Behandlungstherapien zu unterziehen. Wieder andere lächeln und erfreuen sich am wunderbaren Sommerwetter.

Letzteres tue ich gerade, denn ich liege hier wie Gott mich schuf oder – nein, besser – wie ich mich gerade körperlich transformiere, in der nachmittäglichen Sonne. Mag sein, dass mir die Sonne zu sehr aufs Hirn oder andere wichtigere Körperregionen gebrannt hat.

Doch eines ist sicher. Du kannst nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

In diesem Sinne – seid gesegnet!

 

 

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Die Weddeler Schleife und manch´ andere zentrale Beschaffungen

Wie dem heutigen Kommuniqué des Lokalteils der Regionalzeitung zu entnehmen ist, hat Mr. Tschie nun offiziell verlauten lassen, dass er in Sachen Schleife bei Weddel geloost hat. Die Planungen seien zu weit fortgeschritten. Da hätte er kämpfen können wie ein Berserker, die besten Kontakte in diverse Bundesministerien spielen lassen können, ja, er hätte sich ja auch, zumindest im übertragenen Sinne, selbst quer auf die Gleise gelegt, seinen besten Parteikumpanen alles angedient, ob nun mit oder ohne Hose, alles, ich sage ALLES hätte er getan für diese eine kleine Schleife. Und warum? Nun ….
Erinnern wir uns an die Aussagen im Wahlkampf 2016, die ihr in dieser Synopse (des seit 2011 gedisstesten, gehasstesten und verunglimpftesten Wirtschaftsförderers aller Zeiten – er wagte es, gegen das Establishment zu kandidieren, oh weia!) gerne nachlesen könnt.
Schaut einfach selbst, denn Rekapitulation erhellt bekanntlich den Geist. Manchmal, nicht bei Allen, soll es dennoch vorkommen. Illumination? Initiation? Oder einfach nur, bevor ich jetzt weiterlese, schau ich selbst und bilde mir meine eigene Meinung?! Letzteres reicht völlig, denn ich unterbelichtete Wesenheit habe durch eigene Rekpitulation schon echt schöne Momente gehabt. Insofern empfehle ich es hier ganz frech.

Und es ist gerade einmal eine Woche vergangen, da berichtete dasselbe Blatt von einer neuen gemeinsamen Beschaffungsstelle in der Verwaltung meines ach so geliebten  und beschaulichen Heimatlandkreises. Poah, eine gemeinsame Beschaffungsstelle, wie genial ist das denn?!
Auch dieses Thema, man höre und staune, wurde von dieser o.a. persona non grata im Wahlkampf 2016 als zentrales Projekt benannt. Schaut dazu bitte an dieser Stelle.
Interessant an dieser Begebenheit ist, dass Mr. Tschie es damals noch nicht kannte, jetzt aber so tut, als sei es seine Idee. Nun ja, Opportunisten sind im Grunde genommen, und das ist eine historisch belegbare Tatsache, die allerbesten, ach was sage ich, die weltbesten Kopisten. Wozu selbst den Kopf zerbrechen, wenn ich es doch abschreiben kann, und dann tue ich mit gockelig geschwellter Brust, markantem Lächeln und gehobenem und abgewinkelten linkem Arm (das soll wahrscheinlich so eine Duftnote von Stärke und Willen darstellen; Hitler übte dafür tagelang vor dem Spiegel und hat sich auch nicht vor Lachen über seine Fratzen und seine markige Mimik weggeworfen; ok, der stand auch unter Drogen. Wieder andere brauchen so einen Ikeatritt, um sich und ihre ganze Pracht im Spiegel…aber das ist ein anderes Thema) – stets im Halbprofil ins Apparatchen schauend, geübt ist geübt, als sei es alles eigenständiges Gedankengut.
Wieviele Menschen sind darauf schon hereingefallen? Gottfried Keller hat dazu einst einen wunderbaren Roman verfasst. In der Natur wird es als Mimikry bezeichnet, wenn ein Wesen so tut als ob, es aber gar nicht ist. Frei nach dem Motto einstiger Bundeswehrsoldaten: Tarnen, Täuschen und Verpissen. Ok, heutzutage ist das natürlich nicht mehr so, denn heute sind ja alle Helden und bestausgebildeste Fachleute. Manche sind letzteres, allerdings fehlt es ihnen an einsatzfähigem Gerät. Macht nichts, fliegen wir halt ´nen ADAC-Hubi und rufen dann Feuer und daddeln auf Spielekonsolen herum. By the way, vielleicht begreift endlich mal eine Mehrheit, dass manche Leute aber sowas von völlige Fehlplatzierungen darstellen, dass es schon wehtut, denn seit wann ist ein Militär einsatzfähig, wenn über die Hälfte der todbringenden Maschinerie in der InSt ist, weil mal wieder irgendein Teil fehlt oder kaputt gegangen ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Es gibt sogar Minister (in dem Falle a.D oder einfach nur Ade), es sei hier höflichst an die Plagiatsaffäre Guttenberg erinnert, die schreiben  nahezu alles ab, was sie einst als Promotionsarbeit ablieferten. Was soll´s, die Pension ist gesichert.

So oder so ähnlich spielt es sich in meinem schuckeligen, kleinen Heimatlandkreis gerade in Sachen „zentrale Beschaffungsstelle“ auch ab. Aber schaut einfach selbst. Sagte ich ja schon.

Wenn ihr die verlinkten Texte vor euch habt, dann sucht die Begriffe „Weddeler Schleife“ und dann beim zweiten link „Beschaffung“ und schon habt ihr die Stellen, um die es mir in diesem kleinen Essay geht.

Wundert euch aber bitte nicht, wenn auf der Seite des damalig so humoresk benannten Heimatliebenden an dieser besagten „Beschaffungs-„Stelle noch nichts stand. Dagegen steht beim Thema Weddeler Schleife umso mehr.
Wenn ich mich recht entsinne, habe ich sie – die Weddeler Schleife“ – erst gar nicht als programmatischen Inhalt in meinem Wahlkampf 2016 benannt, da es so und so Lulli gewesen wäre, etwas anzugeben, von dem ich rein inhaltlich wusste, das kann man mal getrost knicken mit der Weddeler Schleife im Sinne einer Anbindung an Helmstedt oder gar das Kraftwerk Buschhaus. Dennoch, beachtet den Gegensatz in den Aussagen, der reinen Menge an Worten und und und, die ich in der angegebenen Synopse dargelegt habe. Übrigens, alles saubere Zitate von einer ehemaligen Homepage des Heimatliebenden, die es inzwischen nicht mehr gibt, weil sie neu erstellt werden soll. Wer etws genauer im Netz sucht, der findet sogar einen Flyer trotz abgeschalteter Homepage. Sorry, wenn ich jetzt gerade Grinsen muss, denn wer hat da bitte die Abstellung vorgenommen?! Ok, es kam im Flyer etwas verklausulierter daher: “ Durch den Lückenschluss der Bahnstrecke Helmstedt/ Wolfsburg können wir für Buschhaus positive Akzente setzen“. Na ja, wir wissen ja jetzt wie es sich mit der Akzentuierung verhält. In meinem gekünstelten französischen Akzent würde ich glatt sagen:“ Le boucle du Gerard,   c´est fini! und ös prickölt so schönn in meine Bauchnabböll!“. Französisch ist doch ´was feines, findet ihr nicht?!

In der Angelegenheit Beschaffung – wo nichts ist, kann auch nichts sein. Will sagen, es gibt Leute, die haben Plan von der Sache, die sie angehen, andere haben Schleifen, Knoten oder sonstige erquickliche und erstaunliche Verdrehungen. Wenn also jemand vor fast zwei Jahren das Thema zentralisierte Beschaffung nicht auf dem Schirm hatte, dann bedeutet das auch, dass es sich erst später in den gehirnmäßigen Windungen etablierte, oder nicht?!
Doch das Internet und die vielen Millionen Server vergessen nichts, es sei denn die NSA will es so, weil PRISM gerade mal wieder vom russischen oder chinesischen Geheimdienst oder VPN-Tunnel-nutzenden TORheiten kompromittiert wird, oder irgendein Schnarch einen Pubs gelassen hat, der amerikanische Neokolonialambitionen gefährden könnte. Doch in diesem Fall geht es ja auch nicht um die Verschleierung irgendwelcher Fiesigkeiten, gar staatstragender Gehirnverwicklungen oder gar böse Dinge, die die ganzen Durchgeknallten, die u.a. auf 40 Jungfrauen hoffen, wenn sie anderer Leute Leben in Stücke reissen und es  als heiligen Krieg gegen jeden, der keinen Bart tragen möchte oder im Umhang ins Freibad hüpfen soll, deklarieren,  nein, es geht schlicht darum zu belegen, dass ich einen eigenen Plagiatus habe! Ist das nicht geil?! Ich habe einen, der bei mir abschreibt. Wow! Und nicht nur das. Der hat selbst nicht viel auf dem Schirm und bedient sich einer Vorgehensweise, die Uderzo und Goscinny dereinst in einem ihrer Comics verarbeitet haben. Der Tullius destructivus-Typus ist eine höchst erfreuliche Persönlichkeit, denn als wahrhaftiger Opportunist und selbstverliebter Ich-kann-alles-weil-ich-habe-Fahrrad-fahren-gelernt infiltriert er jedwedes System und höhlt es von innen aus. Ich mag solche Typen echt gerne. Sie sind doch das Salz in jeder gesellschaftlichen Suppenküche, nicht wahr?

In meiner frühen Schulzeit, also zu einem Zeitpunkt, wo ich ausser Dönecken und freiem Spieltriebeausleben noch nicht viel in der Birne hatte, da schrieb ich auch immer ab, weil war ja einfacher als selbst zu lernen und zu arbeiten. Ja, ich war damals ein glänzender Opportunist, denn das verbarg meine infantile und auf maximalen Freude ausgerichtete Faulheit. Nun, das legte sich zum Glück im Laufe der Jahre und vor allem ab dem Moment, wo ich nicht nur Fahrrad fahren gelernt hatte, sondern es kulminierte geradezu in erquicklichstem Zuwachs an Selbständigkeit, kritischem Denken, Freiheitswillen und Ausbau meiner kantigen PErsönlichkeit, als ich in Göttingen studieren dürfte. Göttingen ist nicht Münster! Warum? Weil in Göttingen nicht ganz so viele Fahrradfahrer unterwegs sind. Münster ist schliesslich bekannt als die fahrradfahrerfreundlichste Kommune in Deutschland. Es gibt noch einige weitere prägnante Unterschiede, doch ich komme vom Thema ab.
Wichtig ist, anscheinend gibt es in meiner unmittelbaren Umgebung auch solche exaltierten und sich zum Ausdruck bringenden Träger eben benannter Persönlichkeitsmerkmale, die sich dadurch kennzeichnen, weniger zu arbeiten und lieber ´mal ´ne Runde abzupinnen, weil´s halt einfacher ist, und die sind nicht infantil. Also, schon etwas, doch so rein vom Äuserren sind sie eher als adult zu bezeichnen. Harte Schale, butterweicher Kern. Fast so wie bei manchen Hartschalentieren, wie z. B. Schnecken, Krebsen, Muscheln.  Das mit dem Grad der Ausleuchtung führe ich jetzt nicht weiter aus. Das mit dem Fahradfahrersyndrom auch. Schliesslich habe ich noch anderes zu tun.

Egal wie, da ich keinerlei Copyright einfordere sondern nur darstelle, wie es sich für mich erschliesst, möchte ich hier zum Ende noch sagen dürfen: Es ist ok so. Das Projekt einer gemeinsamen Beschaffung ist sinnvoll. Schaut einfach in meiner Wahlkampfdarstellung von 2016 und ihr findet noch viel mehr sinnvolle Projekte. Also, werter Plagiatus, Du hast noch viel zu tun :-)

Seid´gesegnet!

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LEADER braucht das Land oder wie sich neue Leader „leaderlich“ verhalten

Inzwischen hat es auch der letzte Vogel in meiner Heimat verstanden, dass es Programme der europäischen Union gibt, die darauf abzielen, auf verschiedenen staatlichen Ebenen neue wirtschaftliche Impulse zu setzen. Und da diese zu einem bestimmten Teil auf der sogenannten NUTS-III-Ebene auszuführen sind, also auf der Ebene der kreisfreien Städte, der Landkreise und oder von diesen gemeinschaftlich gegründeten und geführten Zusammenschlüssen, kann man, muss aber nicht, diese Ebene genauer betrachten, um herauszubekommen, wie sie diese Subventionsprogramme anwendet.
Oftmals werden für die organisatorische und inhaltliche Abwicklung externe Beraterstrukturen beauftragt. Ich halte diese Vorgehensweise zwar für wenig effizient, denn sie mindert die eigentlichen „Einsatz- und Projektmittel“, denn wenn Dritte „eingekauft“es eine oft anzutreffende Vorgehensweise.
Diese Vorgehensweise wird meiner Ansicht nach deshalb sehr häufig gewählt, weil sowohl die Konzeption und erst recht die organisatorische und inhaltliche Umsetzung zusätzlich Arbeit bedeuten und man dadurch dann niemanden mehr hätte, auf den man zeigen kann, wenn es, was völlig normal ist, zu inhaltlichen Differenzen kommt und dann ein Disput (oder auch zwei, drei und mehr) darüber geführt wird. Allerdings ist, zumindest in meinem Land, die Politik der Hauptauftraggeber für solche Projekte. Sei es, dass sie Vorlagen der Verwaltung zustimmt oder sei es, dass es gerade die Politik ist, die die Verwaltung beauftragt, solche Projekte umzusetzen. Insofern würde ich immer dafür plädieren, die Umsetzung solcher Projekte mit einer Federführung und Projektverantwortung im eigenen Hause zu bevorzugen. Nur eine Figur einzusetzen oder auch mal zwei oder drei oder vier und diese dann Lenkungsgruppe zu nennen, ist nicht das Salz in der Suppe. Warum? Ganz einfach, für gewöhnlich glänzen diese „Ausschüsse“ durch thematische und inhaltliche Abwesenheit, was kein Vorwurf sein soll, doch auf der kommunalen Ebene gibt es nun einmal kaum Fachleute in den politischen Gremien, die Potenziale aufgrund einer statistischen Feinanalyse nachvollziehen können, fundierte Kenntnisse der Situation haben und über ausreichende thematisch-fachliche Projekterfahrungen verfügen. Und so finden sich häufiger Menschen in diesen Lenkungsgruppen, die zwar ein hohes Maß an Geltungsdrang aufzuweisen haben, doch projektrelevante Newcomer sind und zudem meist nur politische Papageien sind, die im Phrasen nachsprechen glatt ein sehr gut bekommen, doch einer fundierten und nachvollziehbaren eigenen Meinungbildung obsolet gehen.
Würden eigene Fachleute das Projekt führen, besteht demnach aber immer auch das von politischen Entscheidungsträgern gefürchtete Risiko, dass politische Gegner sich daran erfreuen, und alles in Grund und Boden zu reden. Und so hat man gerne einen „Externen“, dem man ggf. das „Versagen“ aufbürden kann. Das ist eine reichlich dumme Vorgehensweise, denn es sollte immer daran gearbeitet werden, auch die politischen Kräfte am Portepee zu fassen und sie in die Verantwortung gegenüber ihren Wählerschaften und der Bevölkerung zu bringen, wenn sie nicht sogar selbst Auftraggeber und Initiator sind. Zudem sind genau diese PolitikerInnen diejenigen, die als Multiplikatoren eine herausragende Bedeutung haben, wenn es darum geht, Inhalte, Perspektiven und Vorhaben in ihre Parteistrukturen zu kommunizieren und dort zu diskutieren! Aber, ich habe es gerade dargestellt, wenn die Verwaltungsstrukturen eigene Fachleute aufzuweisen haben, dann sollten diese die Projektführung bekommen.
Also werden leider für gewöhnlich hunderttausende EUR verbraucht, damit die externen Uhrenableser und Zeitansagedienste eingekauft werden können. Und diese wiederum spielen all zu häufig im organisatorischen als auch inhaltlichen Bereich den Ball zurück und kaprizieren sich als Tagungsorganisationen und Protokollanten. Frei nach dem Motto „Wer, wenn nicht ihr, weiß, was vor Ort dringend benötigt wird!?!“Also verlagern sie die Verantwortung zum  Auftraggeber zurück. Einmal, um sich Zeit zu sparen, zum Anderen, um nur nicht den Anschein zu erwecken, sie würden auch nicht den letzten Vogel noch vergessen und nicht zu Wort kommen lassen. Dass dadurch ein Dilemma entsteht, ist klar und offensichtlich. Wenn nicht, lest weiter!

Und damit beginnen die unzähligen Dilemmata, die im Bereich der europäischen Förderungskulissen tagtäglich ablaufen, und egal wo solche europäischen Förderprogramme angewendet werden, anzutreffen sind. Europaweit gesehen ist die Beraterszene geradezu hervorragend aufgestellt und kann sich professioneller Netzwerke bedienen, um an diese lukrativen Verträge zu kommen. Und immer wieder laufen diese Akquisen und darauf folgende Umsetzungen nach einem Schema ab, das ich persönlich als „low-level-Schema“ bezeichne. Ich selbst habe es erlebt, dass ein politisch gewogener Stellvertreter in Funktion, ein Fördeprogramm dazu nutzte, seine eigene, wohlgemerkt fachlich wenig fundierte Vorgehensweise durchzusetzen. Insofern ist es ratsam, eben gerade die administrativen Führungskräfte entsprechend der Wertigkeit der akqurierten Fördeprogramme einzusetzen und nicht, wie gerade dargestellt, politiwsch fügsame Speichelleckerstrukturen aus der nächst tieferen Ebene. Das ist das erste Merkmal von „low-level“ Das zweite betrifft die Arbeit von Beraterfirmen, die eben weil sie von stellvertretenden Kleinhorizontvertretern bevorzugt werden, häufiger als man denkt gar keine entsprechende Expertise aufzuweisen haben. Ein Beispiel: Wenn eine Beraterfirma sich mit landwirtschaftlichen und touristischen Kleinprojekten befasst und dazu auch entsprechende Umsetzungskonzepte erstellen kann, bedeutet das nicht, dass eben diese Beraterfirma auch hochkomplexe Industriekonversionsprojekte führen kann. Man merkt deren Unkenntnisse oftmals daran, dass die Konzepte für die avisierte Industriekonversion gehäuft Elemente enthalten, die fachlich betrachtet kleinräumige, teilweise einfach nur abgekupferte Elemente aufzuweisen haben, die wenig mit Industriekonversion und viel mit, wie in diesem Beispiel hier dargelegt, landwirtschaftlichen, kulturtouristischen, auf der Mikroebene möglicherweise wirksamen Elementen zu tun haben. Und wenn dann zudem allzu oft weder – zumindest auf der kommunalen Ebene –  die Ist-Situation tiefergehend analysiert wird, noch fachliche treffsichere Schwerpunkte herausgearbeitet werden, um das Projekt gleich zu Beginn professionell aufzustellen und dann die „Macher“ vor Ort zu involvieren, dann bezeichne ich das als Dilemma. Statt dessen werden mit auffälliger Häufigkeit geradezu oberflächliche Vorgehensweisen gewählt, die m. E. viel mit dem der Beraterszene typischen Opportunismus zu tun haben. Man redet dem Kunden resp. seinen scheinbaren Vertretern nach dem Mund, analysiert nur oberflächlich und gibt etwaige Präsentationen im Vorhinein zur „Korrektur“ ins „System. Und schon beginnt das Dilemma, denn wenn nicht tiefgehender analysiert wird (oft werden z. B. keine intensiven Literatur- und Internetrecherchen durchgeführt), sind die Ergebnisse schon einmal als mindestens kritisch zu betrachten. Wenn dann noch diese oberflächlichen Ergebnisse zur Korrektur an den Auftraggeber zugereicht werden und dieser wiederum, wie es oft geschieht, nicht die eigenen Fachleute involvieren, sondern die Stellvertreterebenen, z. B. weil sie der politischen Führungskraft eher genehm sind, dann wird daraus ein weiteres Dilemma. Das Dilemma der selbstbeweihräuchernden, karriereorientierten, politisch eingefärbten Proklamatik. Besonders bitter ist, dass nur in den wenigsten Fällen Erfahrungen von ähnlichen Projekten und vor allem deren Ergebnisse mit der Vor-Ort-Situation verbunden werden, um etwaige Perspektiven aufzuzeigen. Wie auch, wenn jemand einen Bioladen und seinen Förderantrag bearbeiten kann, bedeutet das keinesfalls, dass dieselbe Person aus der Industriekonversion herausgearbeitete Projektanträge generieren und umsetzen kann und es bedeutet schon gar nicht, dass er – eben wegen der fehlenden Expertise – Projekterfahrungen aus ähnlich gelagerten Industriekonversionsprojekten einbringen kann.

So geschieht es auch in meinem Heimatlandkreis. Von ein paar expliziten Beispielen  möchte ich im Folgenden berichten.

Das Beispiel des historisch-kulturellen Projekts „Romanik“. Ich wähle es deshalb, weil es so einfach ist und ich nicht in die Tiefe von hochkopmplizierten Industriekonversionsprojekten zu gehen brauche, was sie – werte Leserschaft – wahrscheinlich leicht verwirren könnte. Anhand dieses Beispieles kann ich ihnen dennoch darlegen, was geschieht, wenn ein ganzes Gefüge von Dilemmata wirksam wird.

Vor vielen Jahren hatte das Land Niedersachsen einmal ein kulturhistorisches Projekt . Es hieß „Wege in die Romanik“ und wurde Mitte bis Ende der 90er Jahre im vergangenen Jahrhundert initiiert. Vor Ort schloss man sich diesem Landesprojekt an, schilderte mit organisatorisch-finanzieller Unterstützung des Landesministeriums diverse Romanikdestinationen aus und erstellte Kartenwerke dazu. Dann ließ das Land das Projekt auslaufen und die sogenannten Routenpaten wurden sich selbst überlassen. Damit konnte ich mich in Funktion aber niemals abfinden, denn diese Kulturepoche ist geradezu fundamental für unseren Raum. Es gibt im nahen Umfeld  hunderte Destinationen aus dieser Zeit und in diesem Zeitraum wurde u.a. die Erschliessung des deutschen Reiches römischer Nation in Richtung Osten etabliert, so dass schnell offensichtlich wird, mit welchem Schatz an kulturhistorischen Zeugnissen man es beim Thema Romanik zu tun hat. Diese Epoche ist für ganz Mitteleuropa ein sehr wichtiges und weitreichendes Zeitalter.

Hier vor Ort ist in einer ehemaligen Templerkommende in Süpplingenburg z. B. der spätere Kaiser Lothar III. geboren worden, der selbst, und vor allem seine direkten Nachfahren, für die Weiterentwicklung des damaligen deutschen Reiches von hoher Bedeutung sein sollten. Und so habe ich mit dem mir angehörigen Durchsetzungscharme u.a. dafür Sorge getragen, dass die Romanik zu einem festen Bestandteil der kulturhistorischen Tourismusvermarktung des Landkreises Helmstedt wurde. Es konnte  im Laufe der Jahre u.a. ein Themenradweg etabliert werden und ich habe die www.romanik.de gesichert und dann mit Inhalten gefüllt. Dort finden Sie z. B. eine Datenbank, die international einzigartig ist, kann sie doch alle romanischen Destinationen aufnehmen und so dem interessierten Kunden wie auch den Orten mit den Bauzeugnissen Nutzen und Aufmerksamkeit geben. Allerdings hat sich auch wirklich so gut wie niemand gefunden, der diese entwicklungspolitische Projektierung nachvollziehen und loben konnte. Ich war relativ alleine und selbst meine damaligen Mitarbeiter waren größtenteils nur mit Nachdruck und Hinweisen auf die Professionalität zur Unterstützung zu gewinnen.

Was mir seit 2011 widerfuhr, habe ich an anderer Stelle ausreichend vertieft dargestellt. Es wurde mir letzten Ende nicht nur Personal und Budget weggenommen, sondern es wurden mir bis heute sogar alle Verantwortlichkeiten  entzogen. Ergebnis: wenn niemand mehr da ist, der dieses Thema bearbeitet, dann erodiert es in Sachen Wahrnehmung und damit verbunden marktgängiger Wirkung. Vor allem dann, wenn sich politische Kräfte dazu entschliessen, weder Taten noch Ergebnisse zu werten, sondern sich lieber an einer Haarpracht auslassen, die den meist mit schütterem Haarkleid gesegneten politischen Kräften anscheinend ein Dorn im Auge ist. Wohlgemerkt, das Projekt Romanik ist ein sog. Nischenprodukt, weil die Zielgruppe vergleichsweise eingeschränkt ist, doch auch ein Nischen- oder Sekundärprodukt hat seine Berechtigung, vor allem dann, wenn es als Segment eines umfassenderen Themen- und Marketingsmixes entwickelt wird.

Ingesamt betrachtet führt das o.a. „Umfeld“ des Romanikprojektes  dazu, dass sogar von denen, die damals wie heute in Funktion sind, diese o.a. Ergebnisse negiert und bei aktuellen Entwicklungsprojekten scheinbar ausser acht gelassen werden. Da ist z. B. ein heutiger Bürgermeister in einer Stadt am Elm, der einst Führungskraft  in einer Samtgemeinde mit einer herausragenden romanischen Destination war und seinerzeit gerne dabei war, wenn es um Ausschilderung, Einweihungen und Veranstaltungen ging. Und heute leitet er eine LEADER-Gruppe, die sich dem Thema Romanik widmet und kein Wort zu den bereits bestehenden und am Markt platzierten Romanik-Angeboten. Doch er ist nicht alleine untätig, sondern das diesen Prozess begleitende Beratungsunternehmen hat bis dato auch keinerlei recherchierte Informationen bereit gestellt, die  selbstverständlich – wäre es ein professionelles Beratungsunternehmen – alle die bereits etablierten Initiativen erkannt haben sollte. Vor allem die Romanik-Datenbank auf der www.romanik.de sowie den Themenradweg „Romanik“! Denn diese können und müssen aus professioneller Sicht aktualisiert und weiterentwickelt werden. Geschieht aber nicht! Zumindest findet man dazu keine offiziellen Verlautbarungen oder gar Dokumente.

Wie blind und oberflächlich! Und vor allem wie unprofessionell. Eigentlich ist das inhaltlich betrachtet ganz schrecklich, denn es gibt ja  „neue Tourismusverantwortliche“ (also mindestens das ehemalig unter meiner Führung tätige Personal), die anscheinend auch den Mund halten und alles zu vergessen haben scheinen. Wissen sie es nicht? Wollen sie es nicht wissen? Natürlich müssten sie als Profis alles zum Thema „Romanik“ in unserem direkten Umfeld wissen, denn sie haben diverse Projektausführungen zu verantworten (Messematerial anfertigen, Verkaufsangebote erstellen, Messedienste, Pressebetreuung und und und). Doch es ist – zumindest auf den einschlägigen Internetseiten oder in Presseverlautbarungen – kein Hinweis zu finden, der darauf schliessen ließe, dass sie ihre Kenntnisse weitergeben obwohl sie seit geraumer Zeit dafür zuständig sind.

Hier vermischt sich meiner Ansicht nach eine klar diagnostizierbare Unprofessionalität mit opportuner und karrieregeiler Politseichtheit zu einem nur Geld kostenden Agglomerat. Das ist zum Einen wirklich schade um das Steuergeld, zum Anderen werden Laien nicht tiefergehend informiert und geraten damit auf eine ressourcenverschwendende Schiene, was einfach schade ist um das bürgerliche Engagement. Schon gar nicht sprechen wir hier davon, dass es stringent wäre, die vorhandenen Instrumente zu aktualisieren und weiter auszubauen! Würden die sich engagierenden gesellschaftlichen Kräfte professionell unterstützt – und dazu gehört eindeutig in diesem Kontext das Auffinden der www.romanik.de mit der dazugehörigen Datenbank, dazu gehört sicher der Themenradweg „Romanik“, Messematerialien und und und – dann bräuchten sie sich nicht darum kümmern, romanische Destinationen zu suchen, eine Internetseite gestalten zu lassen und und und, denn das ist ja alles bereits vorhanden. Statt dessen wird mit großem Hallali das Rad neu erfunden. Natürlich gefällt das den politischen  Fähnleinschwenkern, denn sie können sich als „Macher“ kaprizieren, bekommen das eine oder andere Artikelchen in der lokalen Gazette und dürfen an mit Steuermitteln gesponsorten Arbeits- und Präsentationstreffen teilnehmen und sich dort dann groß und wissend darstellen. Zudem können sich die Funktionsträger als erfolgreiche Projektierer feiern lassen, was für den einen oder anderen kleine Karrieresprünge bedeutet. Doch die europäischen Fördermittel sind nicht dafür aufgelegt worden, um sich politisch und öffentlichkeitswirksam darzustellen, sondern sie sind für konkrete Projektinhalte geschaffen worden, um z. B. mit dem Kulturtourismus ein weiteres wirtschaftliches Standbein für die Vor-Ort-Akteure zu ermöglichen.

Leute, das ist schlimm! Schlimm, weil jahrzehntelange Arbeiten am Thema einfach negiert werden, Ressourcen verschwendet werden, das Rad immer und immer wieder neu erfunden wird, statt sinngebende Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Und ich persönlich betrachtet es als Rückschritt! So sieht nun ein Fortschritt gar nicht aus! Im Gegenteil!

Ich denke, dass ich einer der letzten Fachleute in meinem Heimatlandkreis bin, der die Zusammenhänge noch kennt, sie selbst gestaltete und professionalisierte und versuchte, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Personal eine Marktgängigkeit für das Projekt Romanik zu etablieren. Scheinbar siegt seit 2012 der kleingeistige Neid, der widerliche Opportunismus verbunden mit einer geldverschwendenden Mentalität, die ich so vorher niemals erleben musste. Das ist um der Sache Willen wirklich bedauerlich, denn das Thema „Romanik“, „Wege in die Romanik“, www.romanik.de und dazugehörige Datenbank, Romanik-Radweg und und und, hat viele Energien gekostet sowie Enthusiasmus und Einsatzbereitschaft der dafür Verantwortlichen, die daran arbeiteten, um unserem Landkreis Helmstedt ein kulturtouristisches Profil zu geben.

Dass das nicht das Einzige ist, steht ausser Frage. Doch ich habe mich hier darauf konzentriert, um einen Mechanismus zu erklären, der m. E. fatale Wirkungen hat. Einige davon habe ich im Text dargelegt.

Und es ist nur eine Einzelfallbetrachtung. Es gibt diverse andere Beispiele, die ich genauer darlegen kann, da ich selbst für die Arbeiten mit verantwortlich war und heute alles negiert wird und aus dem Blickwinkel gerät.

Da sind u.a. die Themen Gründerberatung, Gründerzentrum, Flächenentwicklung (Bergbaufolgeszenarien, wie z. B. der Lappwaldsee sowie der Schöninger Bereich des ehemaligen Reviers, das Gewerbegebiet Barmke), Standortmarketing, Internetarbeit, das Thema „Grenzenlos“, der UNESCO-Geopark, die Internetbandbreitenversorgung, etc..Das alles lief dereinst zentral bei mir und meinem Team zusammen. Wir haben es unter meiner Führung mit den bestehenden Ressourcen soweit entwickelt, wie es eben nur möglich war. Und heute? Heute bin ich vereinzelt worden, weil bestimmte politische Kräfte und Hauptverwaltungsbeamten die für die Umsetzung der angegebenen Projekte völlig falsch interpretieren und weil sie sich selbst als die Macher präsentieren mögen. Gemessen an ihren Leistungen, sind das aber keine Macher sondern eher Auslasser und Fehlleistungen Produzierende. Leider! Und die, die engagiert sind, werden gemobbt, diffamiert, diskredistiert oder schlicht negiert. DAS ist eine der wirklich nachhaltigen Fehlleistungen, wenn es um die Entwicklung und Weiterentwicklung eines Raumes geht! Wer so einfältig ist und stets ein Rad neu erfindet, dem muss geholfen werden. Doch stattdessen wird ein Leichentuch aufgespannt und als neue Tischdecke verkauft. Sorry, doch ich finde das fachlich und auch menschlich betrachtet schrecklich!

Danke für eure Aufmerksamkeit. Seid´gesegnet!

 

 

 

 

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Was denn nun?! Windräder Nein, Lappwaldsee Ja, Klärschlamm Ja!?

Zugegeben, es ist manchmal nicht einfach, eine klare Position zu beziehen wenn man in beruflicher Funktion etwas „bewegen möchte“. Vor allem dann nicht, wenn man als demokratisch legitimierte Persönlichkeit zunächst die Windrichtung -und -stärke der umgebenden Öffentlichkeit prüfen muss, um das eigene Fähnchen sichtbar, schön wehend und vor allem aufrecht zu halten. Diese Fahnenträgerverhaltensweisen sind in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden, denn es geht bekanntlich immer irgendwie um Geld, Macht, Einfluss oder manchmal auch nur darum, das eigene Ego im gegebenen gesellschaftlichen Kontext möglichst strahlend darzustellen. Sicherlich kennt ihr die kleingeistige und vor allem retardierte Version der MO´s, dass sich gerade solche Umgebungsindividuen häufig darin kaprizieren, anderer Menschen Arbeitsergebnisse vor einem ihnen gewogenen Publikum durch den Kakao oder ähnlich trübe Flüssigkeiten zu ziehen, indem sie diskreditieren, diffamieren, degradieren und somit schlicht und einfach mental onanieren, um sich fast im gleichen Atemzug als die einzig wahren und großen Problemlöser darzustellen. Hoch lebe der psychosozial pathogene Onaniefetisch und das im Zuge dessen fabrizierte Diffamierungsejakult, denn was wäre unsere Welt ohne diese MO´s?! Sie wäre geradezu friedlich und etwas harmonischer, wenn nicht diese retardierten OnanistenInnen wären, doch – ich wiederhole mich – das ist ein anderes Thema. Und ausserdem, wer weiß wofür es gut ist!?

Nicht, dass ihr mich hier jetzt falsch versteht. Ich bin nicht neidisch oder möchte bestehenden Persönlichkeiten an die Karre pinkeln, wie man so schön im Volksmund sagt. Ich habe auch keinerlei Ambitionen, mich jetzt hier über mentale Onanie und ihre Rückstände auszulassen. Wanking is not forbidden! Und es ist nicht verboten, andere runterzumachen und sich selbst als das strahlendste Beispiel menschlicher Geistesgröße darzulegen, wenn man denn auch die adäquaten und nachweisbaren Leistungen aufzuweisen hat. Nur, es ist manchmal überflüssig und wird als Anmaßung interpretiert, vor allem, wenn die eigenen Auswürfe sich weder in der Konsistenz, noch im Informationsgehalt irgendwie abheben vom negativ Dargelegten, oder nicht?!?

Anderes Thema! Weiter im Kontext.

Mir geht es viel mehr darum, die Mechanismen des Fähnchenschwenkens aufzudecken. Ab und zu verwende ich dazu einen deskriptiven Spiegel, um den Handelnden ihr zeitweise skuril verstelltes Zerrbild aufzuweisen. Das gefällt diesen nicht. Kann ich nachvollziehen. Doch ganz gleich, was sie auch anstellen, ich werde nicht aufhören, meine Gedanken darzulegen und das Spieglein fein aufzupolieren. Ich mag Spiegel. Wirklich!

Zu den Windspielen, den Seen und dem Wir-sind-Sch.-Syndrom.

Wie wir dem Blog eines aufmerksamen politischen Kreistagsfraktionsführers entnehmen können, wurde bei der Positionierung einer wichtigen oder sich als wichtigst empfindenden Repräsentativpersönlichkeit zum Thema Klärschlamm (also dem Wir-sind-Sch.-Syndrom – anderes Thema, aber ich bin so dreist und fasse es mit diesem Kürzel vorab schon einmal zusammen) angeführt, ein Landkreis als Verwaltung habe so und so keine Möglichkeit zu intervenieren, da er bei der Genehmigung nicht federführende Behörde sei.
Nun darf man sich die Frage stellen, ob das bei den oben genannten anderen Themen in der Überschrift dieses kleinen Essays ansonsten auch so ist!?

Beginnen wir beim Thema Windräder. Hier ist eine Landkreisverwaltung interessanterweise ebenfalls nicht federführende Behörde. Federführend ist der Regionalverband Braunschweig (ehemals ZGB = Zweckverband Braunschweig).

Beim Thema Lappwaldsee ist die federführende Behörde ebenfalls nicht eine Landkreisverwaltung sondern die obere Bergbaubehörde.

Und beim Thema Klärschlamm verhält es sich, wie gerade dargelegt, ganz genauso. Auch hier ist die federführende Behörde nicht eine Landkreisverwaltung sondern das Gewerbeaufsichtsamt.

In allen genannten Fällen dürfen sowohl die Verwaltung eines Landkreises als auch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, wie bei solchen Planverfahren üblich, als sogenannte TÖB (Träger öffentlicher Belange) eine Stellungnahme abgeben. Zum Teil werden dieses Stellungnahmen durch die Beteiligung öffentlich tagender Ausschüsse und abschliessend durch den Rat oder den Kreistag verabschiedet, was der jeweiligen Stellungnahme ein besonderes Gewicht verleihen soll. Teilweise werden die Stellungnahmen diesen Ausschüssen zur Kenntnis gegeben und oder seitens der jeweiligen Verwaltung als sog. Geschäft der laufenden Verwaltung gehandhabt. Das ist bei Planverfahren eine übliche und stets praktizierte Ausführungsoption. Doch ein TÖB hat keine Federführung, wie wir gerade gelernt haben.

Unter uns Lorbeerblattsammlern, und ich kenne viele Gewürzliebhaber, es sei die Frage erlaubt, warum also sollte ich bei dem einen Themenbereich nun so tun als könnte ich irgendetwas bewirken und kapriziere mich darin, mich für Land, Leute und sonstige Liebesverhältniss in meinem Obliegenheitsbereich einzusetzen, und in einem anderen, wo ich genauso wenig zu sagen und zu walten habe, tue ich dann so, als seien mir die Hände gebunden und ich könne so und so nichts bewerkstelligen?!

Die Antwort, werte Leserschaft, überlasse ich wohlweislichst dem Auditorium, denn weder bin ich ein politischer Fahnenschwenker oder gar -träger, noch kann ich mir solche Handlungsweisen selbst tiefgreifender erklärbar machen. Wundern, ja wundern, das darf sich einjedEr. Wunder geschehen schliesslich immer wieder. Zufälle soll es auch geben. Bei genauerem Hinsehen und bedingt durch ein gehöriges Maß an professioneller Erfahrung, schwinden für gewöhnlich diese beiden Aspekte in der Nichtigkeit. Soll passieren. Und genau dann fragt man sich, weshalb tut ein Verantwortlicher das denn dann?! Ist es die Liebe zu sich? Ist es die Zuneigung und der ihm anhaftende Altruismus gegenüber „seinem Volk“? Oder ist es gar eine medizinisch indizierbare Persönlichkeitsstörung? Oder gar einfach nur Ahnungslosigkeit? Unprofessionalität? Korrumptives Verhalten? Oder vielleicht denkt der- oder diejenige, er oder sie habe ausreichend Veranlassung, Luft durch umfangreiche Worteagglomerationen zu verbrauchen?

Wer weiß das schon genau?

Es geht hier nicht darum, dazu eine schlüssige Antwort zu finden.

Wir wundern uns nur. Zudem ist Wundern eine ganz vortreffliche Gabe, fördert sie doch u.a. den humoresken Interpretationsanteil einer Beobachtung. Wenn das nichts ist!

In diesem Sinne, seid gesegnet!

 

 

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Helmstedter Regionalmanagement – retrodespektierlich-graduelle Amnesie oder wie man etwas einfach neu organisiert und schon vergessen die meisten….

Das Helmstedter Regionalmanagement. Ja, das Helmstedter Regionalmanagement. Erst neulich haben die Gewürznelkensammler unter uns eine Revitalisierung, eine Reanimation dieses inzwischen über 15 Jahre alten Projekts der Wirtschaftsförderung meines Heimatlandkreises ins Werk gesetzt. Da dachte ich, ich mache einmal eine Retrospektive. Was ist eine Retrospektive?  Wozu verwendet man rein stilistisch betrachtet Retrospektiven? Welchen Wert haben Retrospektiven im kommunalentwicklungstechnischen Kontext? Welchen hat sie hier?

Dazu komme ich gleich. Aber zuvor möchte ich mich mit einer medizinischen Indikation beschäftigen, die mir seit kurzem im Gehirn umherspukt. Es ist diese die ganz spezielle retrodespektierliche Amnesie. Diese ist laut der einschlägigen Literatur eine Steigerungsform der retrograduellen Amnesie. So von wegen, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, wenn ich es heute so und so nicht mehr weiß und vor allem wenn es wirklich der totale geistige Dünnpfiff war?! Also, auch wenn Du Dich schlechterdings nicht erinnerst, was Du gestern noch von Dir gegeben und getan hast, Du äusserst Dich zudem noch despektierlich daüber auch wenn Du nicht weisst worum es eigentlich geht, denn Du erinnerst Dich ja nicht mehr daran, dann willkommen im Reich der retrodespektierlichern Amnesie.
Es gibt nichts, was es nicht gibt, magst Du jetzt denken. Macht auch nichts, denn gleich weisst Du es so und so nicht mehr, auch nicht dass Du der totale Armleuchter bist. Aber das sagst Du ja. Nicht ich. Denn Du hast ja die retrodespektierliche Amnesie und nicht ich, oder?!

Nun, wie sind diese thesenartig dargelegten Teildiagnosen eines inzwischen sich qua Lorbeerkranzflechtenden zu einem perfiden Gespinst von Mutmaßungen, sequentiell paranoid emotionalen Eigenlobhudeleien und seiner im Grunde genommen von Beginn an als obsolet zu bezeichnenden Opportunistenveranstaltung, ausgestaltenden Pottbourry´s mit dem Thema Helmstedter Regionalmanagement verbunden?

Schauen Sie einmal selbst! Ich meine, verwenden Sie einen Suchdienst und geben Helmstedter Regionalmanagement ein. Was sehen Sie? Richtig! Sie finden eine ganze Anzahl von Artikeln seit 2017 und einige aus dem aktuellen Jahr 2018. Und so können Sie schnell erkennen, dass es ein ganzes Jahr gedauert hat bis man es bewerkstelligen konnte, endlich organisatorisch und inhaltlich sowie personell loslegen zu können. Gut Ding will eben Weile haben, nicht wahr?! Das interessiert jetzt aber nicht, auch wenn diese Retrospektive ihren eigenen Reiz hat, denn lassen Sie es sich einmal auf der Zunge zergehen, dass man über ein Jahr benötigt, um so eine einfache organisatorische Problemstellung zu lösen! Das muss man erst einmal hinbekommen! Und man muss es auch erst einmal hinbekommen, dass einfach ehemalige Funktionen umgesetzt werden, zwei neue Stellen (eine mit einer umgelagerten Funktion und eine neue, also eine, die man abrechnen kann und eine die aus dem Haushalt selbst bezahlt wird) geschaffen werden und man dann so tut, als wäre es  nach über einem Jahr endlich soweit, dass es losgehen kann. Hui, hui, hui! Nur was genau geht los? Vielleicht geht ja auch ´was nach hinten los? So und so ist es betrachtenwert, sein Pferd von hinten aufzuzäumen und falsch herum durch die Gegend zu reiten. Retro eben, wobei nur weil jemand ein Pferd von hinten aufzäumt und sich dann im Grunde genommen sogar „richtig herum“ aufs Pferd setzt, ist das noch lange kein Grund zur Besorgnis. Fatal wird es, wenn er dem Pferdeschwanz zuredet und mit allen Mitteln versucht, sich Gehör zu verschaffen, um die Richtung zu ändern. Retrodespektierliche Amnesie steigert diese Darstellung noch um einen Grad, denn dabei wird das Pferd beschimpft, weil es immer schon falsch herum gegangen sei und in seiner ganzen Ausprägung so und so kein Pferd sondern ein Rhinozeros o.ä. ist. Und noch besser, der nun eigentlich „richtig herum“ sitzende Reiter vergisst sowohl Rhinozeros als auch Pferd und dass er es gerade als das dümmste Pferd auf der Welt genannt hat. Ist das nicht seelig machend?! Frei nach der Bergpredigt, seelig sind die ….usw. usw. usw..

War was? Ach ja, Suchbegriffe!

Und jetzt ändern Sie die Suchbegriffe in „Landkreis Helmstedt Regionalmanagement“ und finden ggf. dieses oder jenes. Nein, Sie haben sicher noch keine retrograduelle und auch keine retrodespektierliche Amnesie. Sie haben schlichtweg gesucht und gefunden. Und Sie haben damit erfolgreich eine Retrospektive ermöglicht. Eine Rückschau darauf, was bereits getan wurde und zudem Informationen erhalten zum wie, wer und welche Ergebnisse das Projekt Helmstedter Regionalmanagement zeitigte. Retrodespektierliche Amnesie wird es erst dann, wenn sich eine Persönlichkeit dahingehend äussert, dass Vergangenes „Schuld“ sei an der bestehenden, natürlich aus Sicht des Patienten stets unbefriedigenden Situation, und das sogar mit Namen verbindet. Die Morbidität des Vorgehens ist schnell feststellbar, wenn Sie das o.a. einmal selbst durchführen und dann feststellen, Moment mal, das Vergangenes ist weder schlecht noch hat es zu einer Verschlechterung der aktuellen Situation beigetragen.
Vielleicht haben Sie dann auch den durchaus richtungsweisenden Gedanken, dass der das Vergangene Streichende und sogar mit depektierlichen Äusserungen Bewertende eine Art der Amnesie hat, die sauber diagnostizierbar ist. Und vielleicht kommen Sie zu dem Schluss, dass es fortan vernünftiger ist, das von der nachweisbar, indizierten retrodespektierlichen Amnesie heimgesuchte Individuum und dessen Äusserungen differenzierter zu betrachten. Sollten Sie einen therapeutischen Ansatz pflegen wollen, um diese kranke Person bei der Heilung zu unterstützen, dann prüfen Sie alles von diesem Individuum Geäusserte auf seinen Wahrheitsgehalt und konfrontieren ihn damit. Denn eines ist auch in der medizinischen Fachliteratur zu diesem Themenkomplex ersichtlich, die Verzweifelung derer, die von einer retrograduellen Amnesie und ihrer Steigerungsform der retrodespektierlichen Amnesie betroffen sind, nimmt zeitweise groteske Züge an und sie bedürfen der helfenden Hände. Manchmal schwitzen sie ganz fürchterlich, manchmal sind ihnen die Hemdskragen zu eng. Wollen Sie solchen Patienten helfen, schenken Sie ihnen ein Deo, Rollkragenpullover und im Rahmen der Gesprächstherapie weisen Sie ihnen nach, dass nur weil etwas vergessen und verunglimpft wird durch den Patienten, es dennoch existiert haben kann. Und dass das gar nicht schlecht ist, nur weil es andere erarbeitet haben. Es ist eine intensive Betreuung indiziert, aber retrodespektierliche Amnesie ist heilbar! Die mit der retrodespektierlichen Amnesie Befassten wissen, dass es einer liebevollen Pflege und Geduld bedarf, um die Blockaden zu lösen und den Geist wieder auf Vordermann zu bekommen. Zeitweise Rückfälle und partiell auftretende Verschlimmbesserungen sind in der einschlägigen Literatur benannt und können durch eine intensive Gesprächs- und Beschäftigungstherapie gelindert, wenn nicht sogar vollständig beseitigt werden.

Übrigens – das sei hier noch kurz angesprochen. Der Autor weiss inzwischen nicht mehr, dass er einst einmal gute Arbeit leistete, denn das Pogromisten- und Opportunisten-Kabinett seiner Umgebung hat ihn handlungsunfähig gemacht und er befindet sich in einer stationären Therapieeinrichtung. Also habt bitte Nachsicht, dass alles, was er von sich gibt, nicht ganz für bare Münze zu nehmen ist, und nur wenn ihr Spaß daran habt, dann lächelt ein wenig. Denn dieses Lächeln ist ein Zeichen dafür, dass eure Solidarität noch nicht erloschen ist und tief in eurem Innern so etwas wie eine Differenzierung stattfindet, die es euch ermöglicht, wahrhaftig Geschehendes von einer wie auch immer gearteten Interpretation zum Geschehenen und Geschehenden zu trennen und dann für euch zu bewerten..

Und wenn euch interessiert, was da vor Ort passiert, dann schaut einmal genau nach, was im Grunde genommen wirklich gemeint ist. Es geht um ein Helmstedter Reviermanagement, denn der bewilligte Förderantrag bezieht sich eindeutig auf eine Bergbaunachfolge. Dass daraus nun ein Projekt mit maßgeblicher Beteiligung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden gemacht werden soll,  erhöht die Gefahr, dass eine Landkreisverwaltung zu einer manipulierbaren Institution wird, weil wenn sie durch die sog. kreisangehörigen Städte und Gemeinden gesteuert wird,  werden ihre gesetzlichen Funktionen durch partei- und karriereorientierte Willfährigkeit einzelner Hauptverwaltungsbeamter manipulierbar. Und das ist kritisch, denn wenn der übergeordneten Behörde Kontroll- und Steuerungsfunktionen  gesetzlich zugedacht sind, sollte darauf besonderes Augenmerk gelegt werden, dass  diese nicht durch Einzelne unterhöhlt werden, insbesondere dann, wenn sie als kreisangehörige Städte und Gemeinden unter der Dienstaufsicht u.a. des Landkreises als Teil der Landesverwaltung stehen. Aber das ist bis zu einem gewissen Grad Sache eines Kreistages als gesetzlich legitimiertem Gremium. Grundsätzlich sollte eine Objektivität eher die Leitlinie darstellen als eine für alle immer gerne gesehene Opportunität. Kontrollinstitutionen sind nun einmal keine Instrumente für ein Andienen bei den Kontrollierten.
Es klingt immer erst einmal so schön und ach so kameradschaftlich, wenn ein wohliges Miteinander propagiert wird. Doch es kann genauso gut ein Zeugnis von fachlicher Fragwürdigkeit darstellen, denn es gehört ein nennenswertes Maß an professioneller Fähigkeit dazu, sich im Zusammenspiel der Kräfte, die zudem in einem transparenten gesetzlichen Rahmen agieren, entsprechend klar zu positionieren.  Auch im sog. freiwilligen Bereich, zudem hier letzten Endes bezüglich der Bergbaunachfolge hauptsächlich zwei kommunale Gebietskörperschaften und eher marginal eine weitere betroffen sind. Fatal wird es, weil eine der Grundlagen des bewilligten Förderantrags die ist, dass das Fördergebiet = Revier seitens der Bewilligungsstelle wie folgt festgelegt wurde: Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel, Städte Braunschweig und Wolfsburg! Aber das ist ein anderes Thema, wobei es schon Charme hatte, dass einige Herren des Landesministeriums die letzten drei genannten Gebiete als Revier deklariert haben obwohl dort keinerlei Barunkohlebergbau stattgefunden hat. Aber vielleicht sind wir hier einfach zu dumm, um diese Logik zu verstehen!?
Wie dem auch sein, anderen nach dem Mund zu reden und sich opportunistisch durchzulavieren, kann fatale Wirkungen haben, denn wo klare Kante angesagt ist, kann Weichspülerei nichts bewegen. Aber solange die Betroffenen andere Spielwiesen haben und sich darin kaprizieren können, die eigenen Leute zu maßregeln und gar funktionsunfähig zu machen (teilweise verstehen diese das als kollegiales Miteinander), solange haben sie ja ihre Spielwiese und können sich dann das eine oder andere Lorbeerblättchen ins lichte Haarkleid basteln lassen. Ich persönlich wünsche ihnen bei ihrer ganz eigentümlichen Art des „kollegialen Miteinanders“ eine starke und unnachgiebige Hand , denn schliesslich ist es doch auch wichtig, politisch und teils auch fachlich unliebsame Personen auszugrenzen und ggf. sogar zu zerstören. Man hat ja anscheinend sonst nichts zu tun. Zudem ist es ja schon fast zur Pflichtaufgabe geworden, jene auszusortieren, die den Bierstammtischteilnehmerschaften und vergreisenden Politzirkeln nicht ins Kalkül passen oder eben einfach nur aufstrebenden Kräften in den eigenen Häusern damit den Weg zu weiteren Einkommenssteigerungen freizumachen.

In diesem Sinne – seid´gesegnet!

P.S.: Ein junger und engagierter Mann hat als Betriebsleiter des sogenannten HRM angefangen. Wie man aus den öffentlichen Meldungen ableiten kann, soll er die Wirtschaftsförderung des Landkreises Helmstedt bearbeiten. Manche politische Kräfte lassen verlautbaren, dass das HRM dann als Wirtschafts- und Zukunftsförderung firmieren könnte. Ich wünsche ihm aus professioneller Sicht eine glückliche Hand und möge ihm mehr Erfolg beschieden sein als mir selbst. Rein aüsserlich dürfte er den meisten wohl gefallen. Immerhin hat er ein ganz schickes Outfit und wichtig – keine längeren Haare :-)

 

 

 

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Lorbeerkranzflechterei 4.0 – Grenzen-LOS

Wer sich den ganzen Zores über Historie und meine Aus- und Einlassungen zur Entwicklung meines Heimatlandkreises ersparen möchte und viel lieber zum meiner Meinung nach wichtigsten Projekt eines HRM, einer Wirtschaftsförderung, einer Standorteentwicklung im Landkreis Helmstedt kommen möchte, der schaue bitte hier unter Grenzenlos

Wer allerdings wissen möchte, was es mit Lorbeeren so auf sich hat, der möge verweilen. Laurus nobilis ist eine Pflanze, deren Inhaltsstoffe wie auch deren Symbolkraft seit alters her bekannt ist, steht deren Blattwerk zu einem Kranz verwoben doch immer für besondere Auszeichnungen. Im Alltag meines eigenen Daseins begegnen mir seit geraumer Zeit gehäuft solche Individuen, die eine hohe Antriebskraft aufzuweisen haben, wenn es darum geht, solch´einen Lorbeerkranz auf dem Haupte tragen zu dürfen. Also jetzt nicht so in echt, die Zeiten sind wohl vorüber, viel mehr symbolisch. Ich beschreibe diese Begegnungen mit Lorbeerkranzheischenden, Lorbeerkranzflechtereien, Lorbeerkranzsüchtigen u.ä. Begriffen. Möget ihr euch daran erfreuen oder auch nicht. Vergesst bitte nicht, dass ich mir lediglich erlaube, meine ganz subjektiven Erlebnisse hier zu dokumentieren. Ausserdem ist der Lorbeer eine faszinierende Pflanze.

Lorbeerkränzewicklerszenario 4.0 – was ist das? Ein Lorbeerkranzwicklerszenario besteht zum Einen aus dem, der der vermeintliche oder potenzielle Lorbeerkranzträger ist, und zum Anderen aus einer ganzen Schar von Lorbeerblattsammlerschaften, also einer gemeinhin hin opportun ausgerichteten Gemeinschaft. Diese sammelt und wickelt was das Zeug hält, denn sie werden natürlich vom cäsarisch Angehauchten mit adäquaten Belohnungen versehen für ihre wohlfeilen Dienstbarkeiten am zu Schmückenden. Und die, die nicht sammeln, die werden, wie schon seit Jahrtausenden üblich, ausgelöscht oder eben kalt gestellt oder beides.
Damit ein ganz besonderes Lorbeerkränzchen gewickelt werden kann, wird seinerzeit in meinem mir ach so heimelig gewordenen Heimatlandkreis ein Stell-Dich-ein der außerordentlichen Persönlichkeiten zelebriert. Regionales Management heißt das Hauptthema. Oder einfach ins Deutsche übersetzt regionale Verwaltung. Als gäbe es nicht schon genug zu Verwaltendes, wird also noch mehr zu Verwaltendes geschaffen. Eigentlich wurde das Geschehnis ja noch vor gar nicht allzu langer Zeit Reviermanagement genannt, denn es geht im Kern darum, ein der endgültigen Schließung nahes Bergbaurevier so zu verwalten, dass daraus etwas Neues entstehen möge. Möglichst etwas Neues, das dazu geriert, neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu etablieren. Zu der entsprechenden Förderkulisse und allen dazugehörigen Arbeiten habe ich mich bereits an anderer Stelle geäußert. Deshalb lasse ich diesen Teilaspekt jetzt einmal außer acht. Allerdings darf man doch sagen, dass ein ganzes Jahr verging bis die Verwaltung eine neue Verwaltungseinheit schuf. Aber das ist ganz normale Härte in den Hydrocephalien von sich mit sich selbst beschäftigenden Verwaltungen. Überhaupt sind alle Begriffe, die mit Ver- beginnen, immer wieder dadurch gekennzeichnet, dass sie über kurz oder lang eine Art Selbstbeweihräucherung zelebrieren, die zur Lähmung der gesamten sie umgebenden Lebensgemeinschaft führen. Ist das jetzt eine Ver-brämung?!
Man darf sogar konstatieren, dass je größer die Verwaltung wird, desto mehr beschäftigt sie sich mit sich selbst. Beispiel gefällig? Nun, vor 20 Jahren konnte man z. B. in Helmstedt das dem Kreis zugehörige ehemalige Universitätsgebäude relativ einfach für gesellschaftliche Zusammentreffen buchen. Man fragte den obersten Chef, schaltete die Verwaltungseinheit ein, um einen Termin zu prüfen, bezahlte später seinen Obulus an eben jene Verwaltungseinheit und fertig. Heute beschäftigen sich ca. 10-15 Verwaltungseinheiten damit, ein Buchungsgesuch zu prüfen, um dann erst noch ein Go von einem Ausschuss bekommen zu müssen. Und bevor ein Ausschuss darüber entscheidet, muss natürlich erst einmal der Verwaltungsleiter zustimmen, dass es überhaupt eine Vorlage gibt. Und das wird alles sorgfältigst dokumentiert und mit der internen Leistungsverrechnung auf höchst unerfreuliche, weil damit verteuernde Art gewürzt.
Das ist nur ein kleines und beiläufiges Beispiel von geringer Tragweite. Sie können garantiert selbst Fälle benennen, die eine viel vehementere Wirkung haben.

Wohl denn – im Kern geht es also jetzt um Beratungen – nicht für den, der Lorbeerkränze sammeln möchte, sondern für alle die, die mit dem Thema der bergbaulichen Revierverwaltung, Reviernachfolge, Revierentwicklung verbunden sind oder sich dadurch direkt angesprochen fühlen.
Beraterverträge eines kommunalen Eigenbetriebs sind gebunden an vorhergehende Vergabeszenarien, die in den dazugehörigen, einschlägigen Gesetzen genau dargelegt sind. Nun schaut man sich seit Jahren die dazu bekannten Veröffentlichungen und Verzeichnisse ja genau an. Einmal, um zu sehen, was so los ist auf dem staatlichen und damit auch kommunalen Vergabemarkt. Zum Anderen, um nachzuvollziehen, welche Finanzaufwendungen wofür an welchen Orten eingesetzt werden, um so etwas wie kommunale Entwicklung oder Bestandspflege abzuarbeiten. Der Abgleich mit den Homepages der betroffenen staatlichen oder partiell staatlichen Institutionen (Ausschreibungspflichten bestehen dann, wenn eine solche Institution zu mehr als 50% in der öffentlichen Hand ist) ermöglicht dann eine weitere Vertiefung der Zusammenhänge. Diese Veröffentlichungspflicht, also auch auf den jeweiligen Homepages, sieht das Gesetz so vor. Aus dieser umfassenden informellen Zusammenstellung wiederum kann die mit Ausschreibungen vertraute Leserschaft Tendenzen ablesen, was auf den verschiedenen Märkten, die sich um solche Vergaben bewerben, los ist. Dieses wiederum lässt direkte oder indirekte Schlussfolgerungen z. B. dahingehend zu, ob z. B. der staatliche Beratungsmarkt gerade in Bewegung ist. Das ist dann wichtig, wenn man betrachten möchte, ob die ausschreibenden Institutionen ggf. auf dem bestehenden Markt dann umeinander buhlen müssen, denn je mehr Angebote gemacht werden, desto enger kann es auf einem Nachfragermarkt werden. Bemerkenswert, dass sich in allen zugänglichen Veröffentlichungen zu dem Thema „Beratung eines Helmstedter Regionalmanagements“ wenig finden lässt. Gut, manches Mal ist der Blick warum auch immer verstellt. Vielleicht wurde ja aber auch gar nicht ausgeschrieben. Kann ja immerhin sein. Und das wäre durchaus ein auch rechtlich interessantes Gebaren, denn dann muss es ja Schriftstücke geben, die plausibel darlegen, weshalb nicht öffentlich ausgeschrieben wurde und hernach dann weitere Schriftstücke, die darlegen, weshalb wie ausgewählt wurde. So ist das bei der öffentlichen Hand nun einmal und es hat Sinn, denn damit sollen sog. „Kungeleien“ verhindert werden. Doch egal wie dem auch sei, Fakt ist, jetzt geht es richtig los.
Plötzlich tauchen Personen auf Bildern in den Tagesgazetten auf, die sich bereits höchste Ehren verdienten, indem sie rechtliche Essays zu Sachverhalten anfertigten, deren Inhalte jedem, der auch nur ein ganz klein wenig fachliche Belichtung widerfahren ist, noch vor Veröffentlichung, hier konkret zum Thema Fusion kommunaler Gebietskörperschaften längst bekannt waren. Man nennt solche Schriftstücke für gewöhnlich Gutachten. In diesem speziellen Fall wurde seinerzeit die etwaige Fusion der Stadt Wolfsburg mit dem Landkreis Helmstedt begutachtet. Oft fragte man sich damals, wozu bedarf es für so ein Vorhaben eines Gutachtens, wenn den Profis im Umfeld schon klar ist, das wird so einfach nicht möglich sein. Schon alleine aus diesem Umstand ist demzufolge ein entsprechendes Gutachten so schlecht auch wieder nicht, denn es schafft eine Orientierungshilfe für alle, die es bereits wissen und jene, die es ahnen. Die Profis haben damals bereits vor Veröffentlichung des entsprechenden Gutachtens immer wieder verlautbaren lassen, dass es keine gangbare Lösung geben wird solange das Land Niedersachsen, als eigentlich zuständige staatliche Ebene, kommunale Fusionen nicht qua Gesetz umsetzt. Dieses tat es aber nicht, sondern – damals hatte man nur einen Sitz Mehrheit in der Mehrheitsfraktion – überließ es der sog. Freiwilligkeit der kommunalen Einheiten und setzte „Kopf- und Belohnungsgelder“ aus für freiwillige Zusammenschlüsse.
Zu der damaligen Zeit wollten z. B. eine Samtgemeinde Velpke oder eine Stadt Königslutter sich mit der Stadt Wolfsburg verbinden, obwohl das rechtlich betrachtet Unsinn war. Doch es gab zu dieser Zeit einen Tullius destructivus unter uns, ich nenne ihn den Wundersamen. Dieser Wundersame kennzeichnete sich u.a. durch eine ausgeprägte Kundenorientiertheit = geilheit, die u.a. wiederum darauf abzielte, dass er von Beginn an Kalif anstelle des Kalifen werden wollte. Ihm alleine konnten solche Gutachten nützen, obwohl das Ergebnis prinzipiell schon feststand. Na egal, Hauptsache diese Schriftstücke hatten überhaupt einen Sinn. Und sei es der, dass sich 1. ein Gutachter daran erfreuen konnte, etwas Nebenverdienst dazu zu bekommen und oder 2. sich bestimmte Persönlichkeiten im Zuge dessen öfters als einmal ablichten lassen konnten, um dann später wiederum „endlich“ die Stimmen zu hören, die sie riefen, sogenannte höhere Ehren zu empfangen. Das ist immerhin eine Sinngebung, denn Kenner wissen, solche Selbstwerbemaßnahmen kosten schnell tausende EURO. Und was ist schöner, als wenn der Steuerzahler das bezahlt und der eigene Karriereweg auf diese Weise ganz umsonst und für lau mit schönen Presseartikeln gepflastert wird. Es ist vielleicht ein wenig perfide, doch für jemanden, der nur sich und wirklich nur sich als das Gelbe vom Ei interpretiert, der geht ohne mit einer Wimper zu zucken über die diversen Killing fields und betrachtet sie sogar noch als notwendigen Nährboden für sein aufstrebendes Ich-will-ich-will. Und genau dieser Aspekt ist bei bestimmten Personen nachweislich dokumentiert. Wir lassen jetzt die psychopathische induzierte Komponentenbeschreibung des besonderen Falls weg, da sie den Argumentationsstrang behindern könnte. Ich hoffe, das ist in Ordnung?
Nun aber zu den Inhalten, die der wie auch immer ausgewählte Berater als erste Schwerpunkte seiner hochkonzentrierten zukünftigen Tätigkeit, zunächst ob der notwendigen Kürze eines Presseartikels, grob darlegte.

Struktur!
Ein wahrlich wichtiger Punkt, denn ohne Struktur geht ja mal gleich gar nichts. Lorbeerkranzflechtmeister und -gesellen stehen also traut beieinander und bieten einem einen Status zahnärztlicher Tätigkeit, um als erstes das Thema Struktur zu benennen! Bevor also irgendjemand etwas falsches von sich gibt, da ja so und so meist alles ein wenig unstrukturiert daherkommt, vor allem dann, wenn sich vermeintlich Allwissende an Themen üben, von denen sie nur herzlich unstrukturiertes Wissen haben, ist es natürlich angesagt, dass die Themen Struktur, Klassifizierung und Kategorisierung zuerst benannt werden, auch damit überhaupt ´mal Ordnung in den Laden kommt. Wenn ich also Struktur als solches benenne, impliziere ich damit, dass es eben KEINE Struktur gibt! Das ist schon fast frech. Ok, wenn ich irgendwo als Berater aufschlage, um allen fortan zu sagen wieviel Uhr es ist, dann gehört es schon fast zum guten Handwerkszeug, erst einmal das Thema Struktur zu benennen. Das schafft Respekt, denn ab jetzt werden die Uhren anders laufen. Eben mit einer neuen Struktur :-)

Widmen wir uns der in der Gazette veröffentlichten Struktur einmal etwas intensiver.

Zunächst einmal lässt man verlautbaren, dass unser Heimatlandkreis „ein Schatz im Verborgenen“ darstelle.
Das ist so ein Spruch, der oftmals verwendet wird, um den Leser in eine mystisch-märchenhafte Stimmung zu bringen (ein Schatz im Verborgenen – der Schatz der Nibelungen im Rhein – die Jungfrau im dunklen Walde etc. etc. etc.) und natürlich schon von Beginn an darauf hinweist, dass ab jetzt eine Schatzsucherstimmung herrsche, denn das Verborgene gilt es an das Licht zu holen. Klingt doch geiler als wenn Du sagst, dann schauen wir mal, was die Analysen für Ergebnisse zeitigen werden, oder nicht!?
Hier klingen m. E. durchaus psychologische Hintergrundmuster und -verbindungen des den solches  Sagenden an, denn wenn das Verborgene geborgen, also das Versteckte offensichtlich gemacht werden soll, dann hat das seine Ursachen auch in einer meist männlichen Individuen zu eigenen Sucht nach dem Schoß der Mutter, dem Schoß der Geliebten, und ist somit wiederum Hinweis auf ein Verlusttrauma männlicher Konvenienz, eben des Verlustes mütterlicher Vollversorgung, des Abnabeln, des Abstillens, des in diese kalte Welt Verwiesenen, weg vom schützenden mütterlichen Schoß, abgestillt und Alleine gelassen Seins des dieses Äußernden. Freud´hatte ich, das zu schreiben :-) Überhaupt spielt bei männlichen Mitgliedern unserer postindustriellen Gesellschaft dieser Schockzustand eine größerer Rolle als man zunächst vermuten mag. Und als Ersatzhandlung, um eben diese Verlusttraumata zu kompensieren, wird die Schatzsuche, das „Wir sind auf Abenteuerfahrt zu fernen Ufern“, das „Wie werden die Schätze im Verborgenen bergen“, das „es warten großartige Schätze auf uns“ ein gern verwendetes Entre bevorstehender Handlungenszenarien und gleichzeitig eine allumfassende Begründung für alle zukünftigen Maßnahmen. Wenn also der Landkreis Helmstedt ein Schatz im Verborgenen sei, dann ubiquitiert der das Deklarierende, dass dieses Verborgene jetzt offensichtlich zu machen ist. Und da wir alle Säugetiere sind, zielt dieser Satz auch darauf ab, das in uns Verborgene, das sich vor uns Verbergende offen zu legen. Und es ist für den das Verlautbarende denn auch „reizvoll“. ´Mal davon ab, ich finde das auch cool. Nun könnte man aber auch denken, dass dieser Mensch zum ersten mal in seinem Leben im Landkreis Helmstedt verweilt und folglich ganz erstaunt ist über die vielen erlebnisträchtigen Orte und deren Menschen. Er entdeckt sie quasi gerade neu für sich und sagt dann folglich „Der Landkreis Helmstedt ist ein Schatz im Verborgenen“ und meint damit lediglich, dass er noch Null Plan hat von diesem Landstrich und gerade dabei ist, das ihm persönlich Verborgene nach und nach zu entdecken. Es gab mal einen Lächler bei der Allianz für die Region, der keine Möglichkeit ausließ, allen zu sagen, dass es ja ach so viel Tolles gäbe in unserer Region. Ach?! Ehrlich!? Fällt euch auch auf, dass die, die am wenigsten Plan haben von irgendetwas, auffällig oft solche Sprüche ablassen? Von wegen, wenn ich euch sage, dass ich es ja ach so schön hier finde, dann nehmt ihr mich auf in euren Kreis der Schönsehenden, nur weil ich gerade entdecke, dass auch dieser Landstrich Einzigartigkeiten aufzuweisen hat. Eigentlich ist das eine ganz flache Nummer, doch wer von den opportun veranlagten Mitlächlern würde zu so einer Flachlinienaussage irgendetwas sagen?! Schliesslich können die da vorne labern was sie wollen, Hauptsache meine kleine Karrieregeilheit wird weiter befriedigt, also klatsche ich mal :-) Muster….aber ich komme ab vom Thema.

Sicher ist, es klingt irgendwie cool, oder nicht?!

Und dann kommt eine ganze Breitseite an Themenvorschlägen, die das HRM-Team mit dem Berater bereits definiert habe. Aha?! Definiert?! Zukunft des Industrieareals Buschhaus, kreisweites Gewerbeflächenkonzept, Entwicklung Tourismus und Kultur, Infrastruktur 4.0 etc..

Da sich der nach Lorbeerkränzen Sehnende ja darin gefiel, die Aufgabenstellungen und Planstrategien der amtierenden Wirtschaftsförderung zu über 90% auf das HRM zu übertragen, was rein bewilligungstechnisch so eigentlich nicht vorgesehen war, nimmt es nicht Wunder, dass die seit Jahrzehnten erarbeiteten Aufgabenschwerpunkte plötzlich als Kernthemen beim HRM auftauchen. By the way – hier ist demnach eine Struktur erkennbar, oder nicht?! Eben die Struktur, vermeintliche Strategen wie eine Orange auszuquetschen und dann in den Kompost zu entsorgen. Opportunisten, vor allem die psychopathische Version derer, beherrscht dieses Verarscheprogramm ganz hervorragend, was man schon alleine daran merkt, dass sich immer irgendwelche LobhuldelrednerInnen finden, die dem so Gesalbten dann den Allerwertesten ablecken und damit klar zu erkennen geben, dass sie sich mit dieser Orangenpresse auf einer Linie sehen. Ich komme schon wieder vom Thema ab.

Die Buschhaus-Problematik ist ganz sicher und auf jeden Fall keine Neue. Die Abstimmung in der Gewerbeflächenentwicklung wurde bereits beim Regionalmanagement 2003-2005 als Schwerpunkt eruiert, die Entwicklung des Tourismus findet spätestens seit 1995 strukturiert und stringent statt (zu dieser Zeit hat der Autor mit der adäquaten konstruktiven touristischen Entwicklungsarbeit begonnen) und die Breitbandarbeit ebenso. Diese wurde bereits 2007 begonnen und gipfelte darin, dass der sehr komplexe Glasfaserantrag erfolgreich durchgebracht wurde. Eben von diesem besagten Mitarbeiter und seinem Team. Dass jetzt jemand Neues das zu vollenden beauftragt ist, ist sehr gut und der Autor wünscht diesem Menschen dabei viel Glück und Erfolg.

Nun dürft ihr zusammen mit mir staunen! Hier wird also eine über 20-jährige wirtschaftförderliche Struktur, die so ganz nebenbei aus meiner Feder kommt und nachweislich seit 1995 nach und nach ausgebaut und teilweise verwirklicht wurde, als eine Zielsetzung eines zusätzlichen Betriebs übernommen. Ich meckere hier nicht darüber, dass neue Betriebe gegründet werden, im Gegenteil, habe ich doch selbst den dazugehörigen Förderantrag mit Inhalten gefüllt und dieser wurde bekanntlich ja dann auch bewilligt. Was mir etwas seltsam anmutet ist die Tatsache, dass plötzlich die Wirtschaftsförderung in meiner Person isoliert wird, ja, platt gemacht werden soll und einfach mal hoppla hopp ein neuer Betrieb gegründet wird, der genau diese Zierlstrukturen 1:1 übernimmt und das dann noch als etwas Besonderes „verkauft“ wird. Eine der großartigsten politischen Rädchendreherinnen, Rädelsführerinnen und Kranzflechtassistentinnen in meinem Heimatlandkreis nennt es denn auch „Wirtschafts- und Zukunfstförderung“. Wobei, so ganz nebenbei bemerkt, diese Dame ihre vermeintliche Zukunft, sei es aus Langeweile, überbordendem Müßiggang oder einfach weil sie sich als eine dazu Geborene interpretiert, noch einmal politisch hauptamtlich tätig werden möchte. Im nahen und näheren Umfeld ist sie politisch bereits verbrannt, aber Brüssel, da ließe sich ja vielleicht noch etwas holen?! Mögen ihr die Speichelleckergemeinschaften, die Opportunistengemeinschaften u.ä. gnädig gewogen sein.

Und dann benennt der Berater noch das Thema Wissenschaft. Begründet wird es damit, dass die seit dem Jahre 1810 geschlossene Universität Helmstedt doch einen profunden Ansatz für einen Neubeginn darstelle. Wow! Doch das ist allenfalls kalter Kaffee, denn es gibt bereits diverse Verbindungen vor allem zur Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. So wird seit 2003 an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der berufsbegleitende Masterstudiengang Business Administration an der Alten Universität Helmstedt angeboten. Zudem ist die Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt Akademisches Lehrkrankenhaus der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg, und das seit vielen Jahren. Hiermit sind also bereits seit Jahren existierende wissenschaftliche Kooperationen vorhanden, die vielleicht dem Berater so nicht bekannt sind und ihm auch nicht von dem sog. HRM-Team benannt werden konnten, da diesem der professionell-erfahrene Weitblick fehlt oder wegen mangelnder Kenntnisse einfach abgeht. Richtig ist, dass im Paläon ein dritter Baustein hinzugekommen ist. Doch finanziell lebensfähig ist dieses Konstrukt nur weil mehr als 400.000 EURO Steuermittel seitens der Stadt Schöningen und des Landkreises Helmstedt seit einigen Jahren dort zur Verfügung gestellt werden. Das unterscheidet dieses Projekt ganz erheblich von den beiden zuvor genannten! Es ist ein reiner Zuschussbetrieb. Da seit geraumer Zeit aber Lorbeeren im Vordergrund und Zuschussgeschäfte in höchst professioneller Perfektion im Fokus stehen, ist es gar nicht so abwegig, zu behaupten, da findet sich sicherlich noch jemand, der auch dieses reine Steuermittelzuschussgeschäft als DIE Bringernummer deklariert und sich dann vielleicht sogar dazu hinreissen lässt, alle anderen universitären Verbindungen ad acta zu legen, einfach weil sie funktionieren und sich ein Lorbeerheischender dort keine entsprechende Öffentlichkeit verspricht. Könnte ja sein, oder?

Das vom neuen Berater benannte AWO Psychatriezentrum Königslutter gehört zusammen mit dem o.a. Lehrkrankenhaus zu den Top-5 der Arbeitgeber und ihre wissenschaftliche Profilierung ist bereits Jahrzehnte alt. Darauf ist aufzubauen, denn hier ist das notwendige wissenschaftliche Netzwerk eingespielt. Vielleicht kann der neue Berater es erneut ins Spiel bringen, doch ich hege wenig Hoffnung, dass die Entscheidungsträgerschaften im Umfeld dieses wissenschaftliche Pfund wirklich nachvollziehen können. Sie haben es immerhin bewerkstelligt bekommen, es seit Jahrzehnten stiefmütterlich zu behandeln und folglich auch herzlich wenig getan, es weiter zu profilieren resp. den dort Verantwortlichen wichtige Hilfestellungen zu vermitteln, um die vorhandene einzigartige Ist-Situation zu festigen und weiter auszubauen. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich als Letztes.

Zu guter Letzt benennt der neue designierte Berater noch die Paramentenwerkstatt in Helmstedt sowie die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn. Auch das ist schon seit Jahren in der wirtschaftsförderlichen Diskussion. Zuletzt (und das ist inzwischen auch schon wieder acht Jahre her) hat es die Wirtschaftsförderung- also ich selbst – bewerkstelligt bekommen, dass ein profundes und international tätiges Beratungsunternehmen, das im Auftrag der Allianz für die Region GmbH nach besonders herausragenden etwaigen Freizeit- und Erlebnispark-Ideen suchte, einen Plan der Wirtschaftsförderung des Landkreises aus dem Jahr 1999 reanimierte, der sich dem Thema „Grenzen-los“ widmet.

Grenzenlos

Grenzen-Los

Dieses Thema ist nach Ansicht des Autors und Konzeptionierers DAS Thema schlechthin für alles, was mit der sozio-ökonomischen Entwicklung des Landkreises Helmstedt zu tun hat. Zur Expo 2000 wurde dieses Projekt ins Leben gerufen (die dazugehörige Domain www.grenzen-los.de wurde durch den Autor ins Netz gestellt und harrt dort der weiteren Entwicklung). Eines der Überbleibsel sind die sog. Helmstedter Universitätstage, die sich leider aber thematisch völlig entfernt haben von der ursprünglichen Konzeption. Diese beruht darauf, dass das Thema „Grenzen“ ein ganzheitliches Themenfeld darstellt, unter das sich sowohl die nicht ganz freiwillige Standortkompetenz des ehemaligen Grenzstandortes Helmstedt/Marienborn als auch jedwede wissenschaftliche und gesellschaftliche Thematik zum Thema „Grenzen, Grenzziehungen, Grenzwissenschaften, Grenzgebiete, Grenzenüberwindung, institutionelle und administrative Bearbeitung von Grenzen“ etc. einordnen lässt.

Helmstedt als internationaler Standort, der sich der Grenzüberwindung widmet.

Internationale Fachtagungen dazu an der historischen Universität Helmstedt (denken wir dabei bitte an einen das Weltbild verändernden Giordano Bruno, der aus Helmstedt verjagt wurde und seinem karriereorientierten Drang folgend hernach auf dem Scheiterhaufen endete), politischer Treffpunkt an historischem Ort zum Thema „Grenzkonflikte“, Ausbildung zum Thema „was sind Grenzen, physisch, naturräumlich als auch, anthropogen, was bewirken sie, wie kann man sie durchlässiger machen etc. etc. etc.“.

Ich betone das deshalb, weil es mir 20 Jahre nach der ersten konkreten Umsetzung zu diesem Thema leider bis heute nicht gelungen ist, die Initialzündung zu einem Flächenbrand mit internationaler Aufmerksamkeit zu entfachen. Und dabei ist es das Topp-Thema in der heutigen Welt, denn ganz gleich wo auf dieser Welt, Abgrenzungen, Grenzziehungen und daraus entstehende widerlichste kriegerische Auseinandersetzungen sind ubiquitär geworden. Die Gesellschaften grenzen sich ab, innergesellschaftliche Grenzziehungen sorgen für eine Entsolidarisierung, die so noch nie in den letzten 80 Jahren diagnostiziert werden konnte.  Mit allen fürchterlichen Folgen für die betroffenen Gesellschaften auf nationaler, regionaler und vor allem auf internationaler Ebene.

Helmstedt bietet nach meinem Dafürhalten ein Terrain an, um sich hier auf sog. „neutralem aber historisch betroffenen Boden“, miteinander unter entsprechender Mediation auszutauschen und zu vereinbaren.

Helmstedt sendet damit ein international bemerkbares Signal des FRIEDENS in diese durch Grenzkonflikte gekennzeichnete aktuelle Welt. DAS ist das herausragende Alleinstellungsmerkmal von Helmstedt!

Helmstedt wird Frieden bedeuten, es wird in einem Zuge mit herausragender Mediation in Sachen Grenzüberwindungen genannt werden. Es wird zu einem Treffpunkt der verschiedensten Fachleute, zum Lernort für die Lösung bei Grenzkonflikten, bei der Beschreibung und wissenschaftlichen Aufarbeitung zum Thema Grenzen der Wissenschaften, Grenzen der Erkenntnis, Grenzen der Wahrnehmung und somit bei der „Bewusstseinserweiterung“, denn wo miteinander Austausch betrieben wird, erweitert sich der Horizont aller Teilhabenden. Indem es bewusst gemacht wird, dass Grenzen etwas ganz natürliches sind, dass sie aber niemals undurchlässig, also mindestens semipermeabel sind, kann ein Bewusstsein geschaffen werden, dass eine Grenze völlig neu definiert. Eben als Austauschraum, Austauschmedium des Eigenen mit dem Anderen,  Fremden und damit als Initiator oder Impuls völlig neuer Energien und Wirkmuster, die sich gerade durch die Grenze als solches etablieren. Das Abgrenzen des Eigenen zum Anderen, Fremden, Neuen, Raumgreifenden bietet auch Schutz und damit Selbstbestimmung bis zu einem gewissen Grad. Wenn sich aber eine Zelle, ein Zellverband, eine Gemeinschaft hermetisch abriegeln, stirbt sie.

Frieden wird dadurch geschaffen, dass man sich über Abgrenzungen, Durchlässigkeiten der Abgrenzungen, über Grenzbeziehungen und ggf. sogar (z. B. institutionalisierte) Grenzüberschreitungen ins Einvernehmen setzt. Und genau DAS ist die Botschaft aus Helmstedt. Helmstedt ist ein diesbezüglich traditioneller Standort, der heute, 30 Jahre nach der deutsch-deutschen Grenzöffnung, mitten in Deutschland liegt und nicht mehr, wie vor 30 Jahren, am Rande der westlichen und dem Beginn der östlichen Machtststrukturen.

Und wenn sich diese Region dann noch darauf besinnt, dass sie einen Leuchtturm hat (eben den höchsten Schornstein Europas), dann wird das alles auch gut. Denn jede Botschaft benötigt ein Symbol. Ein Leuchtturm ist immer ein sehr positives Signal, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Leuchtturm ist ein Symbol der Sicherheit, der Orientierung, ein Zeichen aber auch der Warnung vor Untiefen. Statt ihn also einfach nur plattzumachen – was bereits jetzt schon als scheinbar gegeben dargestellt wird in der öffentlichen Diskussion, sollte man ihn meines Erachtens als Symbol behalten. Zudem zeigt man damit seine Verbundenheit zum Bergbau und signalisiert eine intelligente Transformation vom Bergbau zu einem Dienstleistungsstandort allerhöchster Güte, denn welcher Standort kann schon mit so einem Symbolsignal, das so weit sichtbar ist und so viel „Strahlkraft“ hat, aufwarten?! Ich kenne keinen anderen Standort in Deutschland!

Last but not least. Wenn sich ein Landrat darin kapriziert, dass es „ganz häufig gehapert“ habe bei der Umsetzung, dann sage ich, das stimmt so nicht. Ich denke, ich habe das im o.a. Text eingehend dargelegt. Gut, es gibt unterschiedliche Geschwindigkeiten der Entwicklung, doch auch wenn sie langsam ist und zwei Schritte vor und einen zurück macht, sie geht dann immerhin Schritt für Schritt, auch wenn es mir persönlich viel zu langsam ist. Es hapert also nicht an der Umsetzung, sondern es hapert an der Geschwindigkeit.

Ich werde zu gegebener Zeit meine Thesen weiterhin darlegen. Für heute ende ich erst einmal.

Seid gesegnet und habt Dank für eure Aufmerksamkeit.

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