1:12 Kampagne – was in der Schweiz geht, geht auch in Deutschland und ganz Europa

Man denkt, man traut seinen Augen nicht! Was ist denn bitte die 1:12 Kampagne?!?

Da wird in Deutschland vortrefflichst über Mindestlöhne debattiert und gestritten und man bekommt nur am Rande mit, was da eigentlich gerade in der Schweiz mit der “1:12 Kampagne” passiert. Und dabei hat diese Aktion eine geradezu geniale Auswirkung auf jede Mindestlohndebatte: sie kann sie von heute auf Morgen beenden! Denn wozu einen Mindestlohn einführen, wenn die obersten eines Konzerns ihre Spitzenverdienste an einem gesetzlich verankerten Lohnverhältnis orientieren müssen. Das bedeutet dann nämlich, dass je mehr die untersten Lohngruppen verdienen, desto mehr kann die oberste Führungsriege verdienen.

Um es gleich vorwegzunehmen – ich trete hier nicht an, die Ideen und Initiativen dieser wehrhaften SchweizerInnen nur wiederzukäuen. Schaut einfach selbst nach! Und zwar genau HIER.

Warum wohl habe ich dazu keine Lust?!? Nun, erstens ist ein kleiner Bruchteil der politischen Parteien mit diesem Thema befasst (nach eigenen Recherchen die Parteien DIE LINKE und DIE GRÜNEN) und zweitens berichten ja einige wenige Zeitungen davon (was ein Glück, dass es die TAZ und den SPIEGEL gibt). Also gibt es etwas zum Thema zu finden!

Nun, hier schaue ich mal gerne genauer hin und siehe da. Welch´eine Freude! Die 1:12 Kampagne setzt genau das richtige Zeichen der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber all der ganzen Abzockerei in Industrie, Fussball- und anderen Sportvereinen und einigen anderen Branchen, wie z. B. Banken und Versicherungen – insbesondere aber den Unternehmen der Deutschland-AG, wie sie sich einst so selbst beweihräuchernd benannt hat.

Da verdienen Fussballer in Deutschland mal locker das 150-fache dessen, was der ansässige Platzwart bekommt oder Manager deutscher Banken und Industriekonzerne genehmigen sich Gesamtzahlungen in einem VErhältnis von ganz locker 1:100 gegenüber dem Boten, der Putzfrau, dem Pförtner oder sonst wem in dem jeweiligen Unternehmen. Und dann jammern sie noch herum, dass der Gewinn nicht so ausfällt, wie sie sich das vorgestellt haben! Na, Hauptsache das eigene Portemonnai ist schön prall gefüllt und immer frei nach dem Motto:”Eure Armut kotzt mich einfach an!”

Und genau das will die 1:12 Kampagne in der Schweiz einen Riegel vorschieben. Am 24.November 2013 stimmt das Schweizer Volk in einer Volksabstimmung darüber ab, ob sich es ein weiteres Gesetz geben will, dass dieser dreisten Abzockerei endlich ein Ende setzt.

By the way, die Abzockerinitiative in der Schweiz hat im März 2013 dank eines eindeutigen Plebiszits dazu geführt, dass die Schweiz nun das vermeintlich härteste Aktiengesetz weltweit hat. Und was haben die Großunternehmen alles ins Werk gesetzt!?! Da wurden Schmutz- und Gegenkampagnen in Millionenhöhe lanciert, nur damit sich die MangerInnen der Banken und Aktiengesellschaften weiterhin dreist und unverhohlen den Beutel füllen können (krassester Fall war damals der Fall des Herrn D. Vasella, der sich dafür, dass er nicht bei der Konkurrenz anheuerte 72 Mio. Schweizer Franken in sechs Jahren bezahlne lassen wollte. Und dem hat der Aufsichtsrat zugestimmt! Ja, doch!! Das gibt es in der Schweiz. Das gibt es auch in Deutschland. Und dem hat das Schweizer Volk endgültig einen Riegel vorgeschoben. Nun ist es vorbei mit dieser dreisten Abzockerei der werten Damen und Herren in den Chefetagen der Großkonzerne und Banken und Versicherungen und und und – zumindestens in der Schweiz! Ab sofort bestimmt die Aktionärsversammlung, welche Gehälter Aufsichsrat, Beirat und Geschäftsleitung bekommen!

Bravo und danke an das Schweizer Volk, das damit international ein ganz hervorragendes Zeichen setzt. Und wer jetzt meint, die eben beschriebene Abzockerinitiative sei ein Kind linker Eltern, täuscht sich gewaltig. Die Initiative ging von einem Menschen aus dem rechts-konservativen Lager aus!

Und die Würze an dieser Angelegenheit ist nach Ausfassung des Autors, dass es sich bei den Aktionen um Kampagnen handelt, die z. T vom obersten politischen Entscheidungsgremium in der Schweiz mehrheitlich abgelehnt wurden und dann durch eine Volksabstimmung in die richtigen Bahnen gelenkt wurden. Geht doch! Ich finde diese Kampagnen so etws von erfreulich, dass ich seit Tagen mit einem zufriedenen Lächeln durch meinen Alltag gehe!

Und zum Schluss diesen kleinen Solidaritätsessays: Was in der Schweiz geht, geht auch in Deutschland und ganz Europa! Horrido! Ich bin gerne dabei und benötige nur ein wenig Unterstützung und dann kann es los gehen!

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